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Hintergründe

Lage der Kleinbauern in Indien

Die meisten Kleinbauern in Indien besitzen nicht mehr als einen halben bis zwei Hektar Land. In den letzten drei Jahrzehnten wurde das Landnutzungssystem von der Subsistenzlandwirtschaft hin zum marktbasierten Anbau zunehmend kommerzialisiert.  Die Bauern wurden von Agrarlobbyisten mehr und mehr dazu gedrängt, Chemikalien, sogen. Kunstdünger, Pestizide und später genmanipuliertes Saatgut einzusetzen. Die alten traditionellen widerstandsfähigen Saatgutsorten wurden gegen sogenanntes genetisch verändertes „Hochertragssaatgut“ getauscht.  Damit waren sie komplett abhängig von der willkürlichen Preispolitik ihrer Lieferanten. Es gab kein zurück. Das genmanipulierte Saatgut muss jede Saison neu gekauft und eingesäät werden.. Viele Bauern verschuldeten sich, um weiter bestehen zu können. Auch der Klimawandel bringt zunehmend unberechenbare Dürren oder überraschende Regengüsse mit sich. So werden immer wieder Ernten und damit die Arbeit einer ganzen Saison vernichtet. Nicht zu vergessen, dass meistens die ganze Familie bei den körperlich anstrengenden Arbeiten mithilft-  säen, ernten, dreschen- alles wird mit der Hand gemacht. Irgendwann war die Verzweiflung vieler Bauern unerträglich, sie waren mit ihrer Kraft am Ende, viele sahen ihren einzigen Ausweg darin, ihr Leben zu beenden. Die nicht enden wollende Saga von Indiens Bauernselbstmorden sorgte in den letzten zehn Jahren immer wieder international für Schlagzeilen. Es sind inzwischen mehr als 300000. Die Zahl der Suizide stieg in Telangana von Jahr zu Jahr. Allein in einem Jahr, 2013, waren im ungeteilten Andhra Pradesh 2.014 Bauern-selbstmorde zu verzeichnen. Im Distrikt Warangal gab es seit 1997 mehr als 2200 Farmerselbstmorde. Die Regierung zahlte den Hinterbliebenen keine Entschädigung. Im Gegenteil, meistens wurden ihre Farmen konfisziert, weil die zurückgebliebenen Frauen nicht in der Lage waren, die hochverzinslichen Kredite zurückzuzahlen. Die Frauen mussten sich den Schikanen korrupter Geldverleiher stellen. Viele Witwen waren mit ihrer neuen Verantwortung als alleinige Ernährer derart überlastet, dass sie ebenfalls keinen anderen Ausweg als den Suizid sahen. Ihre Kinder blieben als Vollwaisen zurück.